Weitere Infos
 

      Neue Versichertenkarte der Krankenkassen

                        Wichtige Hinweise zu Risiken und Nebenwirkungen von grundrechte.ch

Medienberichte

Bereits im Herbst 2006 hat die Verbindung Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH die Kombination einer Versichertenkarte und einer Gesundheitskarte kritisiert. Eine Versichertenkarte, welche der Krankenkasse gehört, darf nur administrative Daten enthalten. Persönliche medizinische Daten gehören, wenn schon, auf eine separate Gesundheitskarte, welche dem Inhaber gehört.

  • Schweizerische Ärztezeitung, September 2006


  • Im Beoabchter 05 / 2007 wird Alexander Weber, Sekretär der Schweizerischen Zahnärztegesellschaft, folgendermassen zitiert: «Die Versichertenkarte bringt Ärzten und Zahnärzten nur Kosten und keinen Nutzen. Sie ist unausgegoren und wird die gesteckten Ziele nicht erreichen.» Heinz Bhend von der Gesellschaft für Allgemeinmedizin sagt: «Zusätzlich gespeicherte medizinische Informationen sind für den Arzt unbrauchbar, weil niemand garantiert, dass sie aktuell und vollständig sind.»

  • Schweizerischer Beoabchter 05 / 2007


  • Im Rahmen von eHealth sind die Kantone befugt, Pilotprojekte durchzuführen. Der Luzerner Kantonsrat hat im Januar 2010 die rechtlichen Voraussetzungen für derartige weitergehende eHealth-Versuche verabschiedet: In «elektronischen Patientendossiers» können Röntgenbilder, Videos, Akten zu Therapien und gegebenenfalls ganze Krankengeschichten gespeichert werden.

  • Neue Luzerner Zeitung vom 26. Januar 2010


  • Auch im Februar 2010, als die Versichertenkarten längst hätten abgegeben sein müssen, konnten sich weder die Verbindung Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH noch die Gesellschaft für Allgemeinmedizin mit der Versichertenkarte anfreunden, ebenso wenig die Spitäler und Krankenkassen, wie einem Bericht des Tagesanzeigers vom 8. Februar 2010 zu entnehmen ist.

  • Tagesanzeiger vom 8. Februar 2010


  • Vom 8. bis 12. März 2010 fand in Bern das «Swiss eHealth Forum» statt. Akteure, welche medizinische Informatiklösungen verkaufen wollen, konnten ihre Produkte anpreisen. An diesem Forum wurde das neueste «Swiss eHealth Barometer» vorgestellt. Enthusiasitsch sind nur diejenigen, welche mit «eHealth» Geld verdienen können. Interessant übrigens, dass zwar die «gläserne Ärzteschaft», nicht aber der «gläsene Patient» ein Thema war.

  • «Swiss eHealth Barometer» 2010
  • SIR medical Nt. 2, 2010


  • Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) muss bis September 2011 die gesetzlichen Grundlagen zur Einführung eines freiwilligen elektronischen Patientendossiers ausarbeiten. Die Krankenversicherer hingegen wollen mit gesetzlichen Regelungen im Zusammenhang mit Managed Care und Fallpauschalen Einsicht in Patientendaten auf obligatorischer Basis. In Genf läuft bereits ein Pilotversuch mit elektronischen Patientendossiers.

  • Mit E-Dossiers auf dem Weg zum gläsernen Patienten
  • E-Health-Projekt Etoile in Genf erweitert Versichertenkarte


  • Die Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) warnte am 20. April 2011 in einer Medienmitteilung vor der Abschaffung des Patientengeheimnisses unter der neuen Spitalfinanzierung. Unter dem Vorwand der Rechnungs- und Wirtschaftlichkeitskontrolle würden Krankenversicherer Zugang zu allen Patientendaten, z. B. auch Angaben zu Diagnosen und Behandlungen, fordern.

  • Medienmitteilung FMH vom 20. April 2011


  • Die Warnung der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte scheint sich zu bewahrheiten: Die Krankenkassen üben relativ starken Druck aus, um über immer mehr Patientendaten zu verfügen. Das neue Kontrollsystem der Fallpauschalen birgt grosses Diskriminierungspotenzial und ist nicht verhältnismässig. National- und Ständerat hatten sich Ende 2011 darauf geeinigt, dass die Krankenkassen von den Spitälern umfassende Patientendaten in codierter Form erhalten sollen. Die Verordnung, welche die Erfassung, Bearbeitung und Weitergabe dieser Datensätze regeln soll, liegt aber noch nicht vor.

  • Datenschützer kritisiert Krankenkassen


  • Seit Juli 2012 können Ärzte die Daten ihrer Patienten im Zürcher Stadtspital Waid online einsehen, zum Beispiel Röntgenbilder oder MRI-Befunde, und sie erhalten die Berichte der Spitalärzte elektronisch zugesandt. Da die Spitäler neu pro Fall bezahlt werden und nicht mehr nach Aufenthaltsdauer, sind sie bestrebt, die Patienten so rasch wie möglich wieder zu entlassen. Das können sie aber nur, wenn eine Anschlusslösung organisiert ist. Die neue Spitalfinanzierung, die seit Anfang 2012 in Kraft ist, war denn auch mit ein Grund, weshalb das Waidspital den elektronischen Datenaustausch mit den Hausärzten einführte. In einem zweiten Schritt will das Waidspital den elektronischen Datenaustausch auf Spitex und Heime ausdehnen.

  • Das Waidspital lässt Hausärzte auf Patientendaten zugreifen


  • Auf dem Chip der neuen Versichertenkarte, die mittlerweile alle Krankenkassen verschickt haben, sollte das gesamte medizinische Personal, Apotheker und Krankenkassen ab 2013 Notfalldaten hinterlegen können, darunter auch die Information, ob der Versicherte eine Patientenverfügung besitzt. Mit dieser kann jeder schriftlich festhalten, welche medizinischen Massnahmen er wünscht, sollte er sich irgendwann nicht mehr dazu äussern können. Ärzte sind ab Januar 2013 gesetzlich verpflichtet, die Karte auf einen entsprechenden Hinweis zu prüfen. Mangels geeigneter Geräte kann dies aber kein Hausarzt. Und ob Patienten dies wollen, ist eine andere Frage.

  • Ein goldener Chip und viele rote Köpfe
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