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      Neue Versichertenkarte der Krankenkassen

                        Wichtige Hinweise zu Risiken und Nebenwirkungen von grundrechte.ch

eHealth

Im Januar 2006 hat der Bundesrat die Strategie für eine Informationsgesellschaft in der Schweiz aus dem Jahr 1998 revidiert. Neu wurde ein Kapitel «Gesundheit und Gesundheitswesen» in die Strategie aufgenommen. Dabei setzt der Bundesrat seine Schwerpunkte beim elektronischen Behördenverkehr (E-Government) und beim Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien IKT im Gesundheitswesen («eHealth»).

Der Bundesrat beauftragte im Rahmen der Beschlüsse zur Strategie das Eidgenössische Departement des Innern (EDI), bis Ende 2006 ein Konzept für eine nationale Strategie «eHealth» vorzulegen, welches insbesondere Aufschluss über die Ziele, die Handlungsbereiche, die Kosten, die Partnerschaften, die Vorgehensweise und den Zeitplan geben soll.

  • Strategie «eHealth» Schweiz


  • Das Bundesamt für Gesundheit BAG sah in seier «Strategie eHealth Schweiz» vom 27. Juni 2007 noch vor, dass ab dem Jahr 2009 die elektronische Versichertenkarte und ab dem Jahr 2015 das elektronische Patientendossier in der ganzen Schweiz flächendeckend eingeführt sind.

    Die Verspätung von bereits einem Jahr hat ganz banale Gründe: Einerseits sollen mit den elektronischen Patientendossiers sämtliche Krankengeschichten inkl. Röntgenbildern und Laborbefunden rund um die Uhr online abrufbar sein, allerdings gibt es keine Übersicht darüber, welche Informatiksysteme von Spitälern und anderen medizinischen Leistungserbringern eingesetzt werden. Andererseits sind die Kantone und nicht der Bund für die Gesetzgebung im Gesundheitswesen zuständig. Bevor der Bund Gesetze erlassen kann, muss die Verfassung geändert werden. Der Erlass von Verordnungen, welche sich auf das Karankenversicherungsgesetz stützen, sind lediglich Notlösungen.

  • Verordnung des EDI über die Anforderungen an die Versichertenkarte


  • Das elektronische Patientendossier ist zwar noch in weiter Ferne, aber bereits die elektronische Versichtertenkarte kann eine ganze Krankengeschichte enthalten, wie ein Blick in die Verordnung des EDI zeigt: Neben Daten zur Person und Versicherungsform können auch Angaben über Asthma bronchiale, COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung), KHK (Koronare Herzkrankheit), Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Periphere Verschlusskrankheiten, Bauchaortenaneurysma, Zerebrale Krampfanfälle, Angeborene Gerinnungsstörung, Erworbene Gerinnungsstörung, Medikamentös induzierte Gerinnungsstörung, Diabetes mellitus, Morbus Addison, Glaukom, Niereninsuffizienz/Dialyse, Langsame Acetylisierung, Chronische Lebererkrankung, Hyperthyreose, Infektionskrankheiten, Fehlendes Organ, Gefässprothese, Künstliche Herzklappe, Gefässeinlage (Stents, Clips), Gelenkprothese, In-Situ-Schrittmacher/Defibrillator, Osteosynthesematerial, Glasauge, Kontaktlinsen, Abnehmbare Prothesen, Transplantationsdaten, Allergien, Medikation, Impfungen, Daten zu Blutgruppe und Transfusionen sowie zusätzlicher Einträge in medizinisch begründeten Fällen gepeichert werden.

    Ob das elektronische Patientendossier und die elektronische Versichtertenkarte zu Kostensenkungen führen, kann zumindest in Frage gestellt werden. Bisher hat noch jede «kostendämpfende» Massnahme im Rahmen des KVG zu Preissteigerungen geführt.